1970 bis 1989

1970 bis 1977

Da die Gemeinde Vierkirchen stets bemüht war, ihre Feuerwehr entsprechend den sich wandelnden Aufgaben und steigenden Anforderungen gut auszurüsten, wurde im Jahr 1977 das Löschgruppenfahrzeug LF 8 für 165.000 DM bestellt. Für die Feuerwehr Vierkirchen bedeutete dies den Einstieg in eine effektive technische Hilfeleistung. Das LF8 war neben der Ausrüstung für die Brandbekämpfung mit einem Stromerzeuger, einer Vielzahl elektrischer Geräte und mit einer mittels Handpumpe hydraulisch betriebenen Rettungsschere ausgestattet.

 

Durch die zur Beladung gehörenden Atemschutzgeräte standen insbesondere zur Menschenrettung bei Brandeinsätzen nun die notwendigen Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung. Der Fahrzeugfunk wurde aus eigenen Mitteln des Vereins und durch Spenden finanziert.


1978

Die offizielle Fahrzeugübergabe durch den Bürgermeister Canisius Großmann-Neuhäusler und die Fahrzeugweihe durch Pfarrer Wolfgang Lanzinger fand am 04. November 1978 statt. Unter Leitung des damaligen Kommandanten Willibald Miksch und des Kreisbrandmeisters und stellvertretenden Kommandanten Leonhard Märkl wurde der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit von Fahrzeug und Mannschaft im Rahmen einer großen Schauübung demonstriert.

 

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Fahrzeugweihe des LF8 am 04.11.1978 durch Pfarrer Wolfgang Lanzinger

 

In dieser Zeit begannen auch die Vorbereitungen auf die für 1979 geplante 100-Jahrfeier mit Fahnenweihe der Feuerwehr Vierkirchen. Um gemeinsam mit der 1200-Jahrfeier der Gemeinde Vierkirchen eine der größten Feierlichkeiten in der Geschichte von Vierkirchen veranstalten zu können, wurde das Gründungsfest der Feuerwehr statt 1976 um 3 Jahre verspätet gefeiert.

 

Zur Aufbesserung der finanziellen Mittel des Vereins für die Anschaffung einer neuen Fahne wurde am 09.07.1978 zum ersten Mal unser mittlerweile traditionelles Grillfest veranstaltet. Dieses findet seitdem ohne Unterbrechung jedes Jahr statt und erfreut sich einer ständig wachsenden Beliebtheit bei den Gästen.

 

1979

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Vierkirchen mit Weihe der neuen Fahne dauerten vom Samstag, 30.06. bis Sonntag, 01.07.1979, nachdem bereits an den beiden vorherigen Tagen die Veranstaltungen zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Vierkirchen abgehalten wurden. Im Rahmen des bunten Abends mit mehreren Musikkapellen wurden verdiente Mitglieder unserer Feuerwehr geehrt. Der Sonntag stand unter dem Zeichen der Fahnenweihe.

 

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Vorderseite der Fahne

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Rückseite der Fahne

 

Der Festgottesdienst wurde vor zahlreichen Gästen und bei bester Witterung im Garten des Pfarrhofs gefeiert. Pfarrer Wolfgang Lanzinger weihte dabei die neue Fahne, der Walburga Märkl als Fahnenmutter und Theresia Märkl als Fahnenbraut zur Seite standen. Fahnenträger war Alfred Haimbacher, als Patenverein nahm unsere Nachbarfeuerwehr aus Pasenbach teil.

 

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Festgottesdienst zur 100-Jahr-Feier

 

Als besonderer Einsatz ging der Brand am 27.10.1979 bei unserem Kreisbrandmeister Leonhard Märkl in die Chronik ein. Stall und Stadl wurden völlig zerstört, das angrenzende Wohnhaus konnte jedoch durch schlagkräftigen Einsatz der Feuerwehren gerettet werden. Dies war seit dem bereits erwähnten Pfarrstadlbrand 1945 der erste Großbrand in Vierkirchen.

 

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Brand bei KBM Märkel

 

1981

Bei einem Verkehrsunfall am 07.07.1981 zwischen Ramelsbach und Asbach konnten zwei Fahrzeuginsassen leider nur noch tot geborgen werden. Am 03.10.1981 fand bei herrlichem Wetter unser erster Vereinsausflug statt. Ziel war der Königsee. In den folgenden Jahren wurden noch viele Ausflüge in Bayern und Österreich veranstaltet.

1982

Neuwahlen des gesamtenVorstandes fanden am 28.05.1982 statt. Nachdem die Kommandanten Willibald Miksch und Leohard Märkl sen. nicht mehr kandidierten, wurden Leonhard Märkl jun. und Alfred Haimbacher als neue Kommandanten gewählt. Die Vorstände Karl Bestle und Josef Scheitler wurden im Amt bestätigt. Schriftführer wurde Karl Reichelt und Kassier Franz Endres.

 

Zu einem spektakulären Einsatz wurde unsere Feuerwehr am 14.07.1982 gerufen. In einer Kurve am Rand des Schönbrunner Waldes stürzte ein Betonmischer um. Der Fahrer blieb unverletzt, das Fahrzeug musste mit Hilfe eines schweren Autokrans wieder aufgestellt und abgeschleppt werden.

 

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umgestürtzter Betonmischer am 14.07.1982

 

Durch die zunehmende Zahl an Einsätzen bei Verkehrsunfällen wurde im Laufe der Zeit deutlich, dass die Rettungsschere mit handbetätigter Hydraulikpumpe für eine effektive Hilfeleistung nicht ausreichend ist. Im Rahmen einer großen Schauübung 1982 wurde der Bevölkerung und dem Gemeinderat anschaulich demonstriert, dass durch die Anschaffung eines Spreizers und einer Motorpumpe die Personenbefreiung aus Fahrzeugen wesentlich verbessert werden kann.

 

Daraufhin hat die Gemeinde Vierkirchen ihre Feuerwehr mit den erforderlichen hydraulischen Geräten ausgestattet. Diese Ausrüstung wurde mit Rettungszylindern verschiedener Größe und druckluftbetriebenen Hebekissen erweitert.

 

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Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person am 21.12.1982 im Schönbruner Wald


1983

Am 15.06.1983 wurde bei einem heftigen Gewitter ein Wohnhaus in Oberwiedenhofen vom Blitz getroffen, wodurch Teile des Daches abgedeckt wurden. Die Feuerwehr Vierkirchen half bei den provisorischen Abdichtungsarbeiten des beschädigten Daches.


1984

Zu einem besonders tragischen Verkehrsunfall wurden wir am 09.05.1984 gerufen. Bereits bei der Anfahrt mussten wir erkennen, dass ein Mitglied unserer eigenen Feuerwehr mit seinem PKW verunglückt ist. Unser Kamerad Ferdinand Gattinger kam mit seinem Fahrzeug zwischen Kollbach und Rettenbach in einer Kurve von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Stahlmasten.

 

Durch den Aufprall knickte der Mast einer 20kV-Stromleitung um. Für den besonders beliebten 23-jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er konnte von uns nur noch tod aus seinem Fahrzeug geborgen werden. Dieser Einsatz prägte die am Einsatz teilnehmenden Feuerwehrleute sehr und ist uns bis heute als einer der schmerzlichsten im Gedächtnis geblieben.

 

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9.5.1984: tödlicher Verkehrsunfall unseres Kameraden Ferdinand Gattinger

 

Am 05.10.1984 mussten wir im ehemaligen Lagerhaus neben dem alten Feuerwehrgerätehaus unseren ersten Giftmüll-Einsatz bewältigen. Das Gebäude war zuletzt von einem kunststoff-verarbeitenden Betrieb genutzt worden, der bei seinem Auszug Fässer mit Chemikalien und Säuren zurück gelassen hat. Das Entfernen der Stoffe wurde von den Feuerwehren Vierkirchen und Dachau sowie einer Entsorgungsfirma durchgeführt. Entdeckt wurden die gefährlichen Stoffe von spielenden Kindern, die ihre Eltern informierten.

 

Unser Ehrenkommandant Leonhard Märkl feierte am 09.12.1984 seinen 60. Geburtstag und beendete damit auch seine aktive Dienstlaufbahn. Lange Jahre stand er als 1. Kommandant und später als Stellvertreter an der Spitze der Feuerwehr Vierkirchen. Als Kreisbrandmeister leistete er darüberhinaus noch ehrenamtlichen Dienst bei der Kreisbrandinspektion. Auf Grund seiner Verdienste um das Feuerwehrwesen in Vierkirchen wurde er im Rahmen einer großen Feier zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Vierkirchen ernannt. Dass der Hartl auch heute noch ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele ist, beweist er durch sein reges Interesse an der Feuerwehr und sein noch immer aktives Mitwirken im Verein.

 

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Verabschiedung von Leonhard Märkl aus dem aktiven Dienst


1986

In Folge eines Verkehrsunfalls im Schönbrunner Wald am 28.08.1986 fing ein PKW Feuer. Der Fahrer konnte durch unseren zufällig vorbeikommenden Feuerwehrkameraden Heinz Bestle aus dem brennenden Fahrzeug gerettet werden. Das Fahrzeug brannte vollständig aus. Für seine mutige Tat wurde Heinz Bestle vom damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß als Lebensretter ausgezeichnet.


1987 Am 13.04.1987 kam am Ausgang des Schönbrunner Waldes ein LKW von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Der Fahrer wurde in seinem Führerhaus von den Erdmassen zu Tode gedrückt und musste von den Einsatzkräften von Hand ausgegraben werden.

 

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Lkw-Unfall am Schönbrunner Wald

 

Am 25.07.1987 veranstaltete die Feuerwehr Vierkirchen das erste von vier Feuerwehr-Fußballturnieren. Im Rahmen eines Blitzturniers wurde in einem kameradschaftlichen Wettkampf die beste Mannschaft ermittelt. Es nahmen die Feuerwehren aus Asbach, Haimhausen, Indersdorf, Kollbach, Pasenbach, Röhrmoos, Weichs und Vierkirchen teil. Nach spannenden Spielen ging die Mannschaft aus Kollbach als Sieger hervor. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Feier im Sportheim Vierkirchen statt.

 

Großalarm wurde am 13.12.1987 bei einem Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Gramling ausgelöst. Da in den Gebäuden Düngemittel gelagert waren, wurde mit Freisetzungen von giftigen Gasen gerechnet. Neben einer Vielzahl von Feuerwehren befanden sich zeitweise bis zu 10 Rettungswägen und ein Großraumrettungswagen an der Einsatzstelle. Aufgrund der tiefen Temperaturen von minus 10 °C gefror das Löschwasser am Boden zu einer dicken Eisschicht. Das Schlauchmaterial musste anschließend im Gerätehaus regelrecht aufgetaut werden. Nach dem Löscheinsatz wurden die Aufräum- und Abbrucharbeiten von der Feuerwehr Vierkirchen überwacht. Damit dauerte der Einsatz für uns insgesamt 3 Tage.

 

1988

Am 05.09.1988 brannte es in der Sondermülldeponie in Jedenhofen. Aufgrund der großen Entfernung von mehreren hundert Metern vom Hydranten zur Brandstelle konnte die erforderliche Schlauchleitung von den eingesetzten Feuerwehren nur mit Mühe errichtet werden. Um bei derartigen Einsätzen besser zukünftig besser gerüstet zu sein und um den Arbeits- und Zeitaufwand beim Verlegen langer Schlauchstrecken zu verkürzen, wurde daraufhin ein Schlauchanhänger mit ca. 600m B-Schläuchen angeschafft.

 

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Schlauchanhänger

 

Dieser Anhänger wird vom LF8 gezogen. Die Schlagkraft dieses Schlauchanhängers konnte mittlerweile bereits in mehreren Einsätzen und Übungen unter Beweis gestellt werden. Da sich das alte Feuerwehrgerätehaus an der Dachauer Straße in den letzten Jahren als nicht mehr zeitgemäß und den Anforderungen entsprechend herausgestellt hat, wurde 1988 von der Feuerwehr ein Antrag auf Umbau des Hauses bei der Gemeinde gestellt. Die fehlende Heizung stellte insbesondere in dem kalten und nassen Monaten eine starke Beanspruchung für die Fahrzeuge, Geräte und die Schutzkleidung dar. Aufgrund fehlender sanitärer Einrichtungen, Werkstätten und Schulungsräumen konnte eine der vorhandenen Ausrüstung entsprechende Wartung und Instandhaltung sowie Ausbildung nicht mehr gewährleistet werden.

 

1989

Starke Schäden richtetet am 06.08.1989 ein nur kurze Zeit dauerndes Sommergewitter mit heftigen Niederschlägen in der Gemeinde Weichs an. Zum Auspumpen der vollgelaufenen Keller wurden insgesamt 14 Feuerwehren alarmiert, wobei alleine von der Feuerwehr Vierkirchen 14 Keller ausgepumpt wurden. Zu einem Großbrand eines landwirtschaftlichen Gebäudes wurden wir am 18.08.1989 nach Giebing gerufen. Nur wenige Tage später, am 24.08.1989, brannte in Rettenbach ein Stallgebäude. Durch die günstige Bauweise und das schnelle Eingreifen der alarmierten Feuerwehren konnten alle Tiere gerettet werden.

 

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Stallbrand am 24.8.1989 in Rettenbach